Es wird wieder wärmer, die Blumen und
Bäume tragen wieder Blüten und die ganze Welt scheint in neuem
Glanz zu erstrahlen. Angesichts dieser Tatsache, muss man einfach
gute Laune haben, trotz des anstehenden Abis oder des MSAs, trotz
nerviger Klassenarbeiten oder allem anderem, was noch die Nerven
belasten kann.
Und doch überkommt mich eine Brise
Wehmut, wenn ich an den Winter zurückdenke, obwohl ich mich oft
genug über Wind und Wetter beschwert habe - vor allem über die
Kälte.
Immerhin hatten wir Schnee, zwar nicht
lange und nicht zu Weihnachten, aber immerhin. Weißen wunderschönen
Schnee, der zum Schlittenfahren, für Schneeballschlachten sowie zum
Schneemannbauen geeignet war, ja regelrecht dazu einlud.
Deswegen senden wir nun einen kleinen
Abschiedsgruß an den Winter:
Über die "Causa Wulff" ist in den vergangenen Wochen und Monaten schon so viel gesprochen worden, dass wir nicht das Gefühl haben, dem jetzt und an dieser Stelle etwas hinzufügen zu müssen.
Eine Sache interessiert uns aber doch:Was, oder viel mehr wer kommt nach Wulff? Habt ihr Vorschläge oder Ideen?
Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle über ein Videoprojekt zum Thema Frieden berichtet, an dem ich letzten Herbst teilgenommen habe. Damals ging es um die Uraufführung des dabei entstandenen Films mit dem (wundervoll pathetischen) Titel "In den Armen meiner Großmutter" - Details dazu findet ihr entweder im Post von damals, oder auf der Internetseite vom Medienprojekt Berlin, dem Verein, der das Projekt durchgeführt hat.
Dort könnt ihr euch übrigens auch einen Ausschnitt aus dem Film ansehen und Informationen über derzeitig laufende oder geplante Projekte finden - vielleicht interessiert das ja den einen oder anderen.
Mir persönlich hat die Arbeit jedenfalls sehr gefallen, und vor allem die intensive Beschäftigung mit einem bestimmten Thema und ganz besonders die Begegnungen mit Flüchtlingen, Vertriebenen und Menschen, die sich tagtäglich aktiv für den Frieden einsetzen, haben mich sehr beeindruckt. Und vor allem hat mir das Ganze wieder einmal vor Augen geführt, was ich schon immer geahnt hatte, nämlich, dass es eine ganze Welt da draußen gibt, von der ich bislang eigentlich verhältnismäßig wenig weiß und verstehe. Ich habe unheimlich viel gelernt in diesen Wochen - es fühlte sich fast an wie eine kleine Erleuchtung...
Aber vor allen Dingen hat es natürlich unheimlichen Spaß gemacht. Selbst die langen Samstage in den kalten, muffigen Räumen des Abenteuerzentrums Grunewald - ein Ort, den man unbedingt mal besucht haben sollte... -, und das fürchterliche Essen waren am Ende doch irgendwie schön.
Neben dem oben genannten "Hauptfilm" ist - sozusagen aus den Resten - ein weiterer Film entstanden, und zwar eine Kurzdokumentation über den palästinensischen Fotojournalisten Hamde Abu Rahma. Darin berichtet er über seine Arbeit, seine Motivation, zu fotografieren, und die Protestmärsche, die seit 2005 wöchentlich in seinem Heimatdorf Bil'in gegen den Bau des israelischen Schutzwalls bzw. die bereits bestehende Mauer stattfinden.
Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern ist selbstverständlich unheimlich kompliziert, das wird umso klarer, je mehr man sich damit beschäftigt. Und gerade deswegen finde ich es interessant, zu sehen, welche verschiedenen Facetten es innerhalb dieses Konflikts gibt, wer darin wie agiert und wie die Menschen mit der Situation umgehen. Hamdes Geschichte ist natürlich nur ein kleiner Teil davon, aber vielleicht kann ja gerade die Geschichte eines Einzelnen das Interesse wecken, sich mit dem Konflikt als Ganzes ein bisschen genauer zu beschäftigen - mit den verschiedenen Parteien, dem was sie wollen und den Gründen dafür. Denn letztlich sollten auch wir uns dafür interessieren, dass unsere Welt eine friedlichere wird und dass Konflikte gelöst werden, selbst dann, wenn sie nicht direkt vor unserer Haustür stattfinden - irgendwo gibt es nämlich immer Menschen, für die dieser Unfrieden Alltag ist, die damit leben müssen. Jeden Tag.
Das Internet ist schon seit Tagen außer
Rand und Band, es wird kritisiert, gejammert und geschrien. Doch
warum eigentlich?
Was bringt die Internetgemeinschaft
dazu, derart am Rad zu drehen?
Die Antwort ist einfach und besteht
gerade einmal aus vier Buchstaben:
ACTA
Nun, werden sich gewiss einige von euch
fragen, was das eigentlich sein soll und da ich die Lesefaulheit
unter Schülern kenne, nutzen wir die Möglichkeiten des Internets
und sehen uns ein Video an:
Selbstverständlich ist diese
Darstellung überspitzt und die Informationen sollten mit Vorsicht
genossen werden, doch im Wesentlichen trifft es den Kern. (Wer mehr
wissen will und gerne liest, den verweise ich an dieser Stelle auf
die Website der tagesschau.)
Dieses Video habe ich aus gutem Grund
ausgewählt, mir war die Forderung wichtig, deswegen:
Sagt Nein zu Acta!
Wie? Einfach auf die Demonstration
gehen und den Politikern zeigen, dass es nur eine Antwort auf ACTA
geben kann.
Samstag, 11.02.2012
Start: 13:00
Treffpunkt und Auftakt ist am
Neptunbrunnen am Alexanderplatz
Drei gute Gründe sprechen dafür
morgen auf die Demonstration zu gehen, obwohl es kalt draußen ist
und obwohl wir alle gewiss beschäftigte Menschen sind. Weil die
Gründe so wichtig sind, liste ich sie hier noch einmal auf. Sagt
Nein zu:
Geheimabsprachen! Eine Demokratie
lebt von Transparenz und wir lassen uns als Bürger nicht an der
Nase herumführen.
Überwachungen! Wir werden von
unserem Grundgesetz geschützt, doch allein die Tendenz in diese
Richtung ist verwerflich. (Und nicht in jedem Land sind die
Grundrechte ausreichend geschützt.)
Verschlechterung der Situation in
Entwicklungsländern! Vor allem in Hinblick auf günstigere
Medikamente ist eine Gefahr zu erkennen, die wir nicht zulassen
dürfen, denn die Menschen dort haben auch ohne ACTA momentan schon
genug Probleme.
Es gibt mehr Gründe. Ich könnte es
noch drastischer formulieren sowie Anonymous, doch ich möchte nicht
die Apokalypse herbeireden und eigentlich halte ich diese Gründe
schon für gut genug. Befürworter würden mir trotzdem
Übertreibungen unterstellen.
Doch ganz ehrlich?
Wäre ACTA offensichtlich einsehbar und
zwar auch die Anhänge, dann müsste nicht spekuliert werden, dann
könnte vernünftig diskutiert werden. (Wie es eigentlich schon seit
der ersten Verhandlung sein sollte...)
Aber bevor ich mich weiter wiederholen,
ein letzter Aufruf, in der Hoffnung, dass es nun endgültig alle
Leser erreicht:
Wie kommt es zu Krieg? Und wie kann aus Krieg Frieden werden?
Frieden muss sein, da sind sich die meisten einig. Aber: Was bedeutet eigentlich "Frieden" und warum ist er so wichtig?
Das waren die Fragen, denen ich in den letzten Wochen bzw. Monaten zusammen mit anderen "jungen Erwachsenen" im Rahmen eines Videoworkshops, organisiert vom Bund für soziale Verteidigung, unterstützt von der Aktion Mensch und durchgeführt vom Verein Medienprojekt Berlin nachgegangen bin.
Ziel war, einen Film zu drehen, in dem unterschiedliche Aspekte der Thematiken Krieg und Frieden beleuchtet.
Dazu haben wir zum Beispiel Interviews mit einem ehemaligen Soldaten der KSK (Kommando Spezialkräfte), mit irakischen, libanesischen, kurdischen und palästinensischen Flüchtlingen, Demonstranten, Aktivisten und Journalisten geführt. Und auch wir selbst mussten darauf eine Antwort finden.
Was wirklich interessant was: Wirklich jeder geriet bei der Frage "Wie definierst du Frieden?" ins Stocken - manche mehr, manche weniger.
"Frieden ist....."
Ja, was denn eigentlich?!
Ob wir am Ende für uns eine Antwort darauf gefunden haben, und wenn ja, welche, könnt ihr euch ansehen. Denn ihr seid eingeladen, zur
Uraufführung des Filmes "In den Armen meiner Großmutter"
Ergebnisse des Videoworkshops "Peace&You&aVideo"
am 20.12.2011 um 18 Uhr
im Kino Tilsiter Lichtspiele
Richard-Sorge-Str. 25a
10249 Berlin Friedrichshain
60 -90 Min. Länge, Der Eintritt ist frei
Eine 2. Aufführung findet am Do, dem 5.1.2012 um 19:30 Uhr im Vetomat, Scharnweberstr. 35,
in Friedrichshain statt.
Wir freuen uns über zahlreiche Zuschauer!
Und vielleicht stellt ihr euch auch selbst mal die Frage: Wie würde ich
Frieden definieren? Habt ihr darauf eine Antwort? Dann schreibt uns
doch eine Kommentar . wir sind gespannt auf eure Definitionen...
Naomi
Einen kleinen Nachtrag zu diesem Post + den Link zu den ersten Minuten des Films findet ihr hier.